Corona Küchen-Tagebuch (10)

Holunder-Limonade

Lecker und erfrischend ist Holunderlimonade. Trinken soll man ja viel, Wasser ist auf die Dauer aber etwas langweilig. Ich mag Orangensaft und dank des Baumes im Garten, trinke ich da auch regelmäßig ein Glas. Kaffee und Tee sollen nicht so gesund sein, wobei ich da ehrlich sagen muss, in Maßen geht alles in Massen wird es erst problematisch… 

Nun, da hier aber gerade ein Holunderbusch blüht, habe ich mir ein paar Dolden mitgebracht, sie dann mit Zitronenscheiben und etwas Zucker in ein Glas gegeben, alles mit Wasser aufgefüllt und reichlich 24h ziehen lassen. Dann einfach abgeseiht und mit Wasser oder Sprudel mischen. Sehr lecker und ein toller Drink. 

Natürlich kann man auch einen Holundersirup machen, den man dann viel länger verwenden kann… 

Zutaten

5 Holunderdolden

1 Zitrone

1EL Zucker

Wasser

Zubereitung

alle Zutaten in ein Glas oder eine Flasche mit weitem Hals geben zuschrauben und mindestens 24 Stunden ziehen lassen. Anschließend abseihen und mit Wasser nach belieben mischen.

Corona Küchen-Tagebuch (9)

Guter Rat zum Sparen

Lebensmittel müssen auch richtig gelagert werden, damit sie lange halten und beim Verzehr gut schmecken. Ein kleiner Hinweis: Das Haltbarkeitsdatum ist kein Absolutum, es ist nur eine Garantie bis wann Lebensmittel sicher verzehrbar sind, das heißt nicht, dass man sie danach nicht mehr essen kann. 

Obst und Gemüse enden am Häufigsten im Müll, weil sie falsch oder schlecht gelagert werden. Das kann leicht durch zielstrebigen Einkauf vermieden werden. Außerdem kann das meiste Obst und Gemüse vollständig verwertet werden, mit etwas Kreativität kann viel daraus werden oder zumindest eine Gemüsebrühe. Im Internet finden sich viele Ideen und Rezepte. In diesem Zusammenhang fand ich eine Dokumentation über das Leben in Städten interessant, noch im 19. Jahrhundert gab es in vielen Städten keine Müllabfuhr, weil eine gute Hausfrau alles weiterverwendet hat. Der Müll war extrem gering, das änderte sich erst mit der Industrialisierung und den Verpackungen. 

Bei mir gibt es zur Resteverwertung einen Tag in der Woche Resteessen. Das ist schnell, einfach und meistens überraschend lecker. Klar, wenn die Speisen richtig durchziehen können, dann entfaltet sich der Geschmack richtig. 

Corona Küchen-Tagebuch (8)

Lustiges aus der Restekiste

Ein Problem, von dem viele Menschen und Medien berichten ist der sogenannte Food Waste, Verschwendung von Nahrungsmitteln, das muss nicht sein. Es gibt aber Statistiken, die besagen, dass bis zu einem Drittel der Nahrungsmittel im Müll landen. Das ist keine Verschwendung, sondern ein Ding der Unmöglichkeit! 

Daher heute ein paar Tipps, wie ein derartig schlechter Umgang mit Ressourcen vermieden werden kann. Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang, bewusst einzukaufen. Wenn nur das gekauft wird, was gebraucht und wirklich verzehrt wird, dann hilft das enorm. Dieser Rat bezieht sich natürlich ganz besonders auf verderbliche Lebensmittel. Hilfreich kann hier auch eine Art wöchentlicher Essensplan mit einer dazugehörigen Einkaufsliste sein. Wie detailliert der Plan sein kann und muss, das hängt natürlich von den persönlichen Vorlieben ab. 

Da ich es mit dem Abmessen nicht so genau nehme, bleibt gerne mal etwas übrig, manchmal koche ich aber auch gleich etwas mehr, zum Beispiel Reis, Nudeln oder Kartoffeln. Klar, Bratkartoffeln sind eine tolle Sache, aber auch gebratener Reis schmeckt lecker. Deshalb hier und heute ein paar Inspirationen, wie man mit ein paar Tricks Reis, Kartoffeln und auch Nudeln aufpeppen kann: 

Zutaten nach Belieben

Knoblauch und Zwiebel

Curry und Cayennepfeffer

Salz und Pfeffer

Sonnenblumenöl

was der Kühlschrank hergibt

Hühnerbrust

oder Tunfisch

und oder Paprika

und oder Brokkoli 

und oder Kidneybohnen

und oder frische Petersilie, Koriander… 

Wichtig

Reis, Nudeln oder Kartoffeln vom Vortag

Zubereitung

einfach die Zwiebel und Knoblauch mit den getrockneten Gewürzen oder Kräutern in Sonnenblumenöl anbraten, dann nach Belieben Huhn oder Tunfisch oder auch Paprika dazugeben, brutzeln, bis alles gar ist und dann Kartoffeln, Nudeln oder Reis dazugeben, dann noch solange weiter braten, bis alles schön heiß und knusprig ist… 

Guten Appetit! 

Corona Küchen-Tagebuch

Statt auswärts zu essen oder fertige Nahrung einzukaufen, setze ich nun noch mehr auf: „Selbst ist die Frau.“ Ich koche, backe und bereite vielfältige Nahrungsmittel selbst zu. Sicher habe ich auch früher selbst viel gekocht und zubereitet, aber jetzt mache ich fast alles selbst. 

Im Lockdown, wo ein Tag dem anderen gleicht, ist mir eine abwechslungsreiche Ernährung wichtig. Zum Einkaufen darf ich raus, aber der örtliche Laden im 250 Einwohner Dorf hat viele Dinge, die ich normal konsumiere nicht. Es war eine ziemliche Umstellung, zum Einen die regionalen Möglichkeiten zu nutzen und zum Anderen gezielt Dinge zu bestellen. 

Einige Dinge kann ich problemlos bestellen, so habe ich mir von einer Mühle Mehl für Brot schicken lassen. Kaffee und Tee wird, genauso wie Gewürze, Kräuter und Samen online bestellt. Bei anderen Dingen habe ich mich wesentlich schwerer getan, Katzenfutter und Katzenstreu zu bestellen, war komisch. Aber mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt, und jetzt bestelle ich, was mir fehlt: Bienenwachskerzen für eine schöne Atmosphäre, eine Kaffeemühle für den besonderen Kaffeegenuss, Pektin für Marmeladen, Gelatine für vitaminreiche Süßigkeiten… die Liste ist unvollständig, aber sie zeigt, Bestellen ist eine Möglichkeit, wenn man nicht zu den Geschäften fahren kann. 

Mein Alltag und meine Ernährung hat sich geändert, ich bereite Joghurt zu, backe Brot, Waffeln und Kuchen. Dazu koche ich Marmeladen, mache Fruchtgummibärchen, lege aber auch Zitronen in Salz ein, mariniere meine eigenen Oliven mit selbst gesammelten Kräutern. Ganz klar, dass auch die Mahlzeiten einen besonderen Platz im Tagesablauf haben, ich koche Suppen, Eintöpfe und zahlreiche Speisen in vielfältigen Variationen und in jahreszeitlich abgestimmten Kombinationen. 

Nachdem ich das nun schon ein ganzes Jahr praktiziere, viel ausprobiert und verworfen habe, möchte ich in den kommenden Wochen und Monaten einfach immer wieder ein paar Rezepte und Ideen hier präsentieren. Vielleicht bringt es Euch Anregungen für eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung in emotional anstrengenden Zeiten. Nahrung dient nicht nur der Ernährung, sie labt auch die Seele.